Eigentlich…

Eigentlich habe ich überhaupt keine Zeit für diesen Blog. Ich bin schon lange bei anderen übernommenen Aufgaben im Verzug, vom Ordnen wichtiger persönlicher Angelegenheiten ganz abgesehen.
Aber ich bin im März 1945 dem US-amerikanischen Bombentod nur schwach entronnen. Das brennt sich ein und vergisst sich nicht, so lange man lebt. Damals, als Kind, habe ich nicht verstanden, warum die Wohngebiete brutalen Bombenangriffen ausgesetzt waren, die Rüstungsbetriebe und Transportwege aber weitgehend unangetastet blieben. Später dann wurde es überdeutlich.
Aus dem gleichen Ur-Grund soll nun wieder einmal die Welt am amerikanischen Wesen genesen, insbesondere die Syrer. Und die deutschen Russlandhasser geben das ihre dazu. Wie zum Beispiel Franz Josef Wagner am Freitag in seiner Bild-Kolumne über Rußlands Präsidenten Wladimir Putin und seine Politik: „Ich denke, daß wir alle aufstehen müssen und sagen: »Hey, du Russe. Wir haben keine Angst vor dir, keine Angst vor deinen Hunden, keine Angst vor deinen Spielchen.«“
Aber wir sollten Angst haben, sehr große Angst. Denn die beabsichtigte Syrien-Aggression kann sich schnell zu einem Weltenbrand ausweiten. Da teile ich uneingeschränkt die Bedenken von Gerhard Wisnewski (http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/gerhard-wisnewski/us-kriegsdrohungen-in-syrien-entscheidet-sich-das-schicksal-der-welt.html).
Änlich besorgt äußert sich Schorlemmer im heutigen neuen deutschland: http://www.neues-deutschland.de/artikel/832516.eine-strafaktion-mit-unabsehbaren-folgen.html.
Was ist zu tun? Frau Merkel könnte aus der Sicht der ganz besonderen Friedensverpflichtung der Deutschen einen engagierten Brief an Obama schreiben, so wie der Präsident von Venezuela einen schrieb (http://www.jungewelt.de/2013/09-03/005.php?sstr=Syrien). Man sollte ihn lesen, den Friedensbrief von Nicolas Maduro. Warum kann unsere Bundeskanzlerin nicht – mit ihren Worten – formulieren, was Madureo schreibt: „… Präsident Obama, diese Zeilen haben keine andere Absicht als den Ruf der Völker für eine Welt des Friedens aufzugreifen, um uns in heutiger Weise als Schwestern und Brüder zu verständigen. Ich mache mir die schönen Worte des Befreiers Simón Bolívar vollständig zu eigen: »Mein Hafen, mein Ruhm, meine Entschädigung, meine Hoffnung, mein Glück und alles, was auf dieser Welt wertvoll ist, wird der Frieden sein.« Im selben Sinne geht es darum, dem Weg zu folgen, den uns Jesus von Nazareth in seiner schönen Predigt weist: »Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.«“ Selbst von Papst Franzikus kommen klare Worte (http://www.jungewelt.de/2013/09-06/036.php?sstr=Syrien).
Aber nichts dergleichen von unser aller Bundeskanzlerin, vom Bundespräsidenten ohnehin nicht.
Wie es gehen könnte, beschreibt Jan van Aken im neuen deutschland vom 7.9.2013. Den Artikel sollte man unbedingt lesen: http://www.neues-deutschland.de/artikel/832489.syrien-sarin-und-diplomatie.html.
Aber diesen für mein Empfinden ausgezeichneten Text macht sich DIE LINKE nicht zu eigen, nicht einmal für den Wahlkampf. Statt dessen erreicht die Mitglieder ein Aufruf des geschäftsführenden bundesvorstandes, der jeden Friedensengagiereten höchst beunruhigen sollte: „Liebe Genossinnen und Genossen, leider verdichten sich die Zeichen, dass es in Syrien zu einer Intervention der USA und damit zu einer Eskalation des Krieges kommt. – Der Geschäftsführende Parteivorstand bittet euch darum, im Falle einer Intervention am selben Tag abends um 18 Uhr zusammen mit anderen aus der Friedensbewegung an den üblichen öffentlichen Plätzen zu demonstrieren.“
Meine Antwort: Am Tag der Intervention auf die Straße? Dann ist es doch zu spät! VORHER müssen sich alle Friedenswilligen erkennbar und auf alle erdenkliche Art immer und immer wieder positionieren! – Dazu gehört auch die Option, zu unterschreiben, dass sowohl die Bundesregierung als auch alle im Bundestag vertretenen Parteien “sich öffentlich und engagiert jedweden Kriegsplänen entgegenstellen und alles ihnen mögliche tun, um Syrien befrieden zu helfen” (http://kein-krieg-gegen-syrien.hux.de).
Naja, zur Ehrenrettung des geschäftsführenden Vorstandes sei angemerkt, in der kommenden Woche soll es auch Aufkleber geben.
Weil mir das aber viel zu wenig ist, werde ich meine persönlichen Angelegenheiten noch weiter nach hinten schieben, auch die drängendsten, und diesen Blog ins Leben rufen. Mitautoren sind herzlich eingeladen, Interessenten erreichen mich über frieden-fuer-syrien@gmx.de.

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