Die Kuh ist noch lange nicht vom Eis!

Die USA und ihre willigen Partner Großbritannien und Frankreich wollen weiterhin bomben. Auch nach den erfolgreichen Verhandlungen zwischen Russland und USA.

Da muss es sehr verwundern, wenn eine Unterschriftensammlung „Krieg gegen Syrien: Wir sagen nein!“ kaum Unterstützung findet. Wir rufen die Bundesregierung und alle Parteien auf, sich öffentlich und engagiert jedweden Kriegsplänen entgegenzustellen und alles ihnen mögliche zu tun, um Syrien befrieden zu helfen“ – was kann falsch sein an diesem Aufruf (formal: „Petition“)?

In der ersten Woche unterschrieben 84 von 295 Besuchern, d.h. 211 Besucher entschieden sich, nicht zu unterschreiben.

In der zweiten Woche unterschrieben 43 von 235 Besuchern, 192 unterschrieben nicht. Warum nur?

  • Weil der Syrien-Kriegso weit weg ist und wir hier andere Sorgen haben?
  • Weil die bei vielen ungeliebte Bundesregierung angesprochen wird?
  • Weil nicht an den Erfolg diplomatischer Bemühungen geglaubt wird? Aber muss man es nicht wenigstens versuchen?!
  • Weil manche meinen, sie würden in einer solchen Lage – unfähig sich wirkungsvoll zu wehren oder das System zu stürzen – unbedingt wollen, dass ihnen von außen geholfen würde („Es wären Hunderttausende gerettet worden, wäre das Nazisystem früher besiegt worden“ [1]).
  • Weil manche meinen, dass Krieg nur mit Krieg zu bekämpfen und Gewalt nur mit Gewalt zu stoppen sei? Das ist die us-amerikanische Haltung und „das haben wir alles schon mal in Irak und Libyen erlebt“ (Lawrow [2]), ganz abgesehen vom Koreakrieg, von Vietnam und dem Ex-Jugoslawien.

Mit der Unterschrift unter die bewusst sehr neutral gehaltene Petition kann man nichts falsch machen, aber vielleicht etwas Druck aufbauen für friedliche Lösungen. Zumal die Bundesregierung in einer ganz besonderen Verantwortung steht: Deutschland lieferte in den Jahren 2002 und 2003 sowie 2005 und 2006 111 Tonnen Chemikalien an Syrien, die als »Dual Use«-Güter gelten – die also sowohl zu zivilen als auch zu militärischen Zwecken eingesetzt werden können. Dazu gehören unter anderem mehr als 90 Tonnen Fluorwasserstoff und zwölf Tonnen Ammoniumhydrogendifluorid, die für die Produktion von Sarin benötigt werden (http://www.neues-deutschland.de/artikel/833560.deutschland-lieferte-111-tonnen-chemikalien-an-syrien.html).

Die Kuh ist noch lange nicht vom Eis. Aber dank der diplomatischen Aktivitäten von Russland und den USA (leider ohne eine auch nur moralische Unterstützung der Bundesregierung, die hatte sich ja für ein militärisches Eingreifen engagiert) ist wenigstens das zusätzliche Leid infolge amerikanischer Luftschläge aufgeschoben. Nur aufgeschoben! Wie lange, bleibt ungewiss. Selbst der UN-Bericht über den Giftgaseinsatz wird dazu benutzt, wieder laut die Kriegstrommel zu rühren (http://www.jungewelt.de/2013/09-18/026.php; http://www.jungewelt.de/2013/09-18/057.php?sstr=syrien).

Deshalb halte ich es für ganz wichtig, dass möglichst viele unterschreiben auf http://www.avaaz.org/de/petition/Krieg_gegen_Syrien_Wir_sagen_nein/?email (Synonym: http://friedenspetition.hux.de). Bitte unterschreiben Sie und motivieren Sie auch Freunde, Bekannte, Verwandte zum Unterschreiben! Die Unterschriftenaktion sollte endlich zum Schneeballsystem werden!

Die Unterschriftenaktion an die Bundesregierung wird ergänzt durch eine Avaaz-Initiative [3], die sich an Obama (und den iranischen Präsidenten Rohani) richtet:

„Als Bürger aus aller Welt sind wir über das Leid der unschuldigen Syrer und Syrerinnen entsetzt und fordern Sie auf, Ihre Differenzen beiseite zu legen und eine diplomatische Lösung für Syrien zu finden, bei der alle Akteure gemeinsam einen Waffenstillstand und eine Friedensvereinbarung aushandeln. Sie befinden sich in einer einmaligen Vermittlerposition, um solch eine Lösung herbeizuführen. Es muss einen diplomatischen Durchbruch geben. Wir fordern Sie auf, diesen zu ermöglichen und endlich Menschenleben zu retten.“

Auch das sollte man unterschreiben und kann es auf: http://www.avaaz.org/de/solution_for_syria_loc/?bGDQcbb&v=28939

——————————–

[1] Das ist ein schwerer Denkfehler. Denn das Naziregime sollte nicht früher besiegt werden, damit es „die Russen“ so lange und so intensiv wie möglich bekriegt. Dafür wurden viele deutsche Rüstungsbetriebe und Verkehrswege intakt gelassen und statt dessen vorzugsweise die Wohngebiete bombardiert. Also statt früherer Rettung unglaublich viel zusätzliche Tote. Geopolitische Machtinteressen hatten und haben fast immer Vorrang…

[2] http://www.neues-deutschland.de/artikel/833538.putin-findet-augenhoehe.html

[3] Die Anzahl der Unterschriften beider Aktionen darf man nicht direkt miteinander vergleichen. Avaaz hat fast 26 Millionen Mitglieder in 194 Ländern, das ist es relativ leicht, viele Unterschriften zu bekommen. Also bitte nicht entmutigen lassen und auch die „Petition“ an die Bundesregierung unterschreiben! Sowie Freunde, Bekannte, Verwandte dafür gewinnen!

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2 comments

  1. Kulturfllüchter

    Egal, wie die Bundestagswahl ausgeht – die Bundesregierung darf nicht einseitig die Rebellen unterstützen, weder materiell noch moralisch, sondern muss auf eine FRIEDLICHE LÖSUNG hinwirken – mit all ihren Möglichkeiten!!!

  2. Pingback: Der Petitionsflop | frieden fuer syrien!

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