Geht uns Syrien am Arsch vorbei?

In der dritten Woche erhielt die Friedenspetition (friedenspetition.hux.de) nur 8 Unterschriften bei 74 Aufrufe der Petition. Was ist los in Deutschland???

Gleichzeitig beklagt Mokhtar Lamani, Büroleiter in Damaskuses des UN-Sonderbeauftragten für Syrien, die schier unlösbare Situation in Syrien: „Es gibt zwei schwerwiegende Probleme für unsere Mission. Das eine ist die Fragmentierung der Gesellschaft, das andere das große Mißtrauen der Syrer untereinander. Der Konflikt hat sich regionalisiert, und was mich besonders beunruhigt, ist das zunehmende Sektierertum. Damit meine ich nicht, daß die Syrer in irgend­einer Weise sektiererisch sind, überhaupt nicht. Was ich meine bezieht sich nicht auf ihre Vergangenheit, sondern auf ihre Zukunft. Ich rede von diesem Extremismus, dem massenhaften Töten, der Zerstörung des Landes. Eine Brücke oder ein Haus kann wieder aufgebaut werden. Aber wie kann man dieses Volk heilen?

Ich bin fest davon überzeugt, daß es keine militärische Lösung gibt. Wenn man das Land retten will, muß man nach einer politischen Lösung suchen. Aber heute ist das Land offen für alle möglichen Interventionen. Und wie wir wissen, haben ausländische Interventionen nichts mit gutem Willen zu tun, sondern sind das Ergebnis verschiedener Interessen. Diese Interessen sind sehr widersprüchlich, Syrien ist Austragungsort vieler Schlachten geworden.“

Lamani beklagt auch explizit die Rolle der Bundesregierung im Syrienkonflikt. Auf die Frage von Karin Leukefeld, „Bundesaußenminister Westerwelle begründete die Hilfe für die Nationale Koalition mit den Worten: »Wenn die Menschen in Syrien der gemäßigten Opposition Vertrauen entgegenbringen, weil sie den Wiederaufbau in den von ihr kontrollierten Gebieten sichtbar und tatkräftig voran treibt, stützt das ihre Rolle für eine politische Lösung und eine friedliche Zukunft Syriens«“ antwortet er: „Wo gibt es denn diese »befreiten Gebiete«? Es gibt verschiedene Gruppen und jede spielt eine eigene Rolle. Vielleicht in einer Stadt, einem Dorf oder sonst wo. Es gab einige Kräfte, die wollten das Beispiel Libyens hier wiederholen, aber das funktioniert nicht. Bei meinen Kontakten mit verschiedenen Gruppen habe ich Namen genannt und was haben sie geantwortet? »Wenn die hierher kommen, werden wir sie umbringen«, haben sie gesagt. Das ist hier nicht Vietnam mit der südvietnamesischen Regierung und dem Vietcong. Das ist hier völlig anders …“

Es lohnt nicht nur, es ist offenbar dringend notwendig, selbst zu unterschreiben auf friedenspetition.hux.de und so viele wie möglich andere dafür zu gewinnen.

Denn heute meldet die Zeitung neues deutschland, „ausgerechnet im Hauptquartier der Vereinten Nationen könnten die Hoffnungen auch schnell wieder platzen. Denn im Streit um eine Syrien-Resolution im Weltsicherheitsrat wird der Ton unüberhörbar rauer. Moskau warf Washington jetzt sogar »Erpressung« vor, weil man mit dem Ende der C-Waffen-Zusammenarbeit drohte, sollte Russland eine »starke« Resolution samt Androhung auch militärischer Konsequenzen gegen Damaskus nicht mittragen“ (http://www.neues-deutschland.de/artikel/833916.daempfer-fuer-new-york.html).

Das vollständige Lamani-Interwiew findet sich auf http://www.jungewelt.de/2013/09-21/054.php?sstr=lamani

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