Ein zutiefst schmutziges Spiel

Hinter dem Nebelvorhang der Informationen zum Geschehens in der Ukraine und über die Russland-Sanktionen vollzog sich die unglaubliche Ausbreitung der IS in großen Bereichen Iraks und Syriens. Niemand hätte das für möglich gehalten? Wer’s glaubt.

Es ging und geht immer noch gegen Syrien. Nachdem Russland mit seinem Veto im Sicherheitsrat der UN den direkten Angriff auf Syrien verhindern konnte, war erst einmal Schweigen im Walde – mit gleichzeitiger intensiver Aufrüstung der „Aufständischen“. Wer die Fernsehbilder über die IS-Ausrüstung aufmerksam wahrnahm (sie wurden stets nur sehr kurz eingeblendet), dem fielen die fabrikneuen Fahrzeuge und anderen Ausrüstungsgegenstände auf. Da haben einige aber mächtig investiert!

Als die USA und ihre „Willigen“ sich vor kurzem zum Bombardement entschlossen, zerstörten sie zuallererst Ölraffinerien. Angeblich, weil sich IS über den Verkauf des Öls finanziere. Wäre es da nicht naheliegender gewesen, die Transportwege zu zerstören, als die Industrieanlagen? Und die Abnehmer mit Sanktionen zu belegen? Wo doch Sanktionen so ein gutes Mittel zur Disziplinierung sein sollen? Uns glauben machen, man wisse nicht, welche Nachbarn welche Mengen welcher Erdölprodukte abnehmen, kann doch nicht ernsthaft versucht werden. Aber mit der Industriezerstörung schwächt man den Staat Syrien natürlich viel mehr!

Die Türkei ist mittenmang im schmutzigen Spiel und als Buhmann wunderbar geeignet, lenkt sie doch vom eigentlichen Spielmacher, den USA, ab.

Die heutigen Zeitungsinformationen spiegeln das schmutzige Spiel (Titel eines Beitrages in der „jungen Welt“) sehr deutlich wider:

„In der ARD-Sendung »Anne Will« am Mittwoch abend kritisierte Harald Kujat, NATO-General a.D. sowie ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr, das türkische Vorgehen scharf. Präsident Recep Tayyip Erdogan wolle durch einen Grenzübertritt des IS den NATO-Bündnisfall herausfordern. Ziel sei offensichtlich, Syriens Präsidenten Baschar Al-Assad zu stürzen. Die Panzer der türkischen Armee stünden nur zu »Demonstrationszwecken« an der Grenze, wenige hundert Meter von Kobani entfernt. Der NATO-Partner schaue zu, wie sein »Kurdenproblem auf IS-Art gelöst« werde.“

Ungeachtet zahlreicher US-geführter Luftangriffe auf Stellungen der Dschihadistengruppe »Islamischer Staat« (IS) sind dessen Kämpfer weiter in die Stadt Kobani (Ain Al-Arab) vorgerückt. Sie sollen am Donnerstag die Kontrolle über mehr als ein Drittel der syrischen Stadt ausgedehnt haben…

Das US-Verteidigungsministerium erklärte am Mittwoch (Ortszeit), dass Luftangriffe wohl nicht ausreichen werden, um die drohende Eroberung Kobanis zu verhindern. US-Präsident Barack Obama sagte, der Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak bleibe »eine schwierige Mission«.

Denn vor Ort ist zahlreichen Augenzeugenberichten zufolge kaum zu übersehen, dass die IS-Milizen auf stillschweigende oder gar aktive Unterstützung durch die türkische Armee zählen können. Verletzte IS-Kämpfer werden in türkischen Krankenhäusern behandelt, Transporte mit Waffen über die Grenze aus der Türkei nach Syrien gelassen. Gleichzeitig werden kurdische Freiwillige, die sich an der Verteidigung Kobanis beteiligen wollen, am Grenzübertritt gehindert, Zurückkehrende als »PKK-Terroristen« verhaftet.

Das schmutzige Spiel Ankaras zielt darauf, mit der Empörung über die Greueltaten des IS in Kobani Druck auf die NATO zu entwickeln, damit diese das Geschäft des türkischen Regimes besorgt. Ziele Ankaras sind nach wie vor der Sturz der syrischen Regierung und eine Vergrößerung des eigenen Einflusses in den Nachbarländern. Dafür braucht Ankara die Eskalation in Syrien, und die hat sie bereits mehrfach zu provozieren versucht.

Noch Fragen, lieber Leser?

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