Die Türkei greift Syrien an

Die “junge Welt” meldet am 25.07.2015:

Am frühen Freitag morgen hat die Türkei das Nachbarland Syrien bombardiert. Kampfflugzeuge griffen mehrere Ziele des »Islamischen Staates« (IS) an, wie ein Regierungssprecher bekanntgab. Dabei seien Stützpunkte der Dschihadisten zerstört worden. Der türkische Premierminister Ahmet Davutoglu erklärte, die am Freitag begonnenen Einsätze seien »kein Einzelfall« und würden fortgeführt…

Die syrische Regierung hat die Angriffe kritisiert. »Syrien kann auf seinem Boden keine türkische Aktion akzeptieren«, sagte Vizeaußenminister Faisal Al-Mikdad am Freitag laut Al-Watan. Die Türkei müsse die Souveränität Syriens respektieren.

Nach Informationen von Hürriyet Daily News willigten die USA in die türkische Forderung nach einer Flugverbotszone ein. In einem Korridor von 90 Kilometern Länge und 50 Kilometern Tiefe westlich der vom IS kontrollierten Stadt Dscharabulus sollen Flugzeuge der syrischen Luftwaffe abgeschossen werden. Damit sollen die von der Türkei und den USA unterstützten sogenannten gemäßigten Rebellen – eine Koalition unter Einschluss von Al-Qaida-Kräften – beim Kampf gegen die syrische Regierung von Präsident Baschar Al-Assad geschützt werden. Ankara hatte bislang die Öffnung von Luftwaffenstützpunkten an die Bedingung geknüpft, dass von dort ausgehende Kampfeinsätze sowohl gegen den IS als auch die syrische Regierung gerichtet sein müssten.

Wenige Tage später erfahren wir:

Offensichtliches Ziel im nun offenen Krieg Ankaras ist die Zerschlagung kurdischer Selbstverwaltungsstrukturen und die Aufteilung Syriens. So will die Türkei ganze Landstriche jenseits der Grenze als »Pufferzone« okkupieren. Dort sollen »moderate Rebellen« trainiert werden, um nach vier Jahren Krieg gegen Syrien und mehr als 200.000 Toten vielleicht doch noch den Sturz von Präsident Baschar Al-Assad hinzubekommen.

Präsident Barack Obama hatte seinem türkischen Amtskollegen Erdogan bereits vor dem NATO-Treffen grünes Licht für den Feldzug gegeben.

»Die Einrichtung der US-amerikanisch-türkischen Kontrollzone ist nicht nur Teil von Erdogans Krieg gegen Kurden und Linke, sondern hier soll eine sichere Basis für islamistische Mörderbanden wie die Ahrar Al-Sham geschaffen werden. Es ist bezeichnend, dass sich die Bundesregierung über diese verbrecherischen Pläne ausschweigt und sich im NATO-Rat offenbar mit Erdogan solidarisiert«(Sevim Dagdelen).

Bombardierung syrischer (und iraktischer) Gebiete, Okkupation einer “Pufferzone” in Syrien, Sturz der syrischen Regierung und geplante Aufteilung Syriens, – so sieht praktiziertes “Völkerrecht” von NATO-Staaten aus.

Und die übrigen Nato-Staaten jammern über viel zu viele syrische Flüchtlinge und lassen den rechten Kräften in ihren Ländern immer mehr freien Lauf…

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