Category: Türkei

Russische Bomben auf syrische Krankenhäuser?

“Russlandwahrheiten” schrieb schon am 16.02.2016:

Der Premierminister Ahmet Davutoğlu, der die Ukraine besucht hatte, hat es gestern sogar so weit gebracht, zu sagen, dass Russland angeblich einen Angriff vom Kaspischen Meer aus mit einer, wir betonen es, BALLISTISCHEN RAKETE auf ein Hospital in der Provinz Idlib unternommen habe.

In der Kaspischen Flotte gibt es kein einziges Schiff, das in der Lage wäre, solche Angriffe mit ballistischen Raketen durchzuführen.

Mehr noch, alleine im Laufe des gestrigen Tages sind Meldungen in den westlichen Medien über angeblich von der russischen Aviation zerstörte zivile Objekte und Opfer in Syrien wie ein Schneeball gewachsen. Von einem angeblich betroffenen Krankenhaus morgens in der Provinz Idlib bis zu 5 Krankenhäusern und sogar einigen Schulen am Ende des Tages. Und zwar jetzt nicht nur in Idlib, sondern auch in der Stadt Aʿzāz, Provinz Aleppo.

Und damit die Reaktion darauf noch heftiger wird, wurde über alle betroffenen Krankenhäuser mitgeteilt, dass sie von den Vertretern der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ „unterstützt“ würden.

Später, zwecks des Verleihens maximaler Ähnlichkeit mit dem Vorfall der Vernichtung des Hospitals im afghanischen Kundus durch ein amerikanisches Flugzeug, wurden die Worte „unterstützt“ wie nach einem Befehl von allen westlichen Medien wie vergessen. In den Abendnachrichten haben sich alle angeblich zerbombten Objekte in „Hospitäler der ‚Ärzte ohne Grenzen‘“ verwandelt.

Seltsamerweise waren bis gestern keine Hospitäler der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ weder in Idlib, noch in Aʿzāz jemandem bis auf die türkischen Behörden bekannt. Es ist keine Information über diese Einrichtungen zu finden, auch nicht auf der Webseite der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“.

Mehr noch, auf der gleichen Webseite kann man leicht eine Mitteilung über angeblich vernichtete Krankenhäuser und Schulen in Aʿzāz noch vom 10. Februar finden.

Dieses Rohteil wurde also angefertigt, aber nicht eingesetzt vor dem Treffen der Leiter der Außenministerien von Russland und den USA in München, gegen dessen Ergebnisse die Türkei, wie wir vermuten, so aktiv auftritt.

Und in der Meldung vom 15. Februar über das angeblich in Idlib zerstörte Krankenhaus kann man kein einziges Foto- oder Videomaterial über diese Einrichtung finden, ob ganz oder zerstört. Obwohl die „Ärzte ohne Grenzen“ ihre gesamte Tätigkeit in allen Ländern sorgfältig auf Foto und Video dokumentieren.

Beide Meldungen über angeblich vernichtete Krankenhäuser und Schulen in Aʿzāz vom 10. Februar und in Idlib vom 15. Februar beinhalten die gleichen Ausgangsdaten: „Gaziantep. Türkei“.

Die Information darüber, wo diese Fälschungen geschrieben wurden, wurde aus Versehen der Autoren oder Redakteure der Webseite veröffentlicht. Nicht Syrien, nicht Idlib oder Aleppo, sondern die türkische Stadt Gaziantep an der syrischen Grenze.

Noch Fragen, lieber Leser?

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Türkische Linke dürfen nicht singen

Heute in der “jungen Welt“: Ein Interview mit Ali Araci, Mitglied der revolutionären türkischen Musikgruppe Grup Yorum.

Am 14. November findet in Oberhausen zum vierten Mal das Konzert »Eine Stimme und ein Herz gegen Rassismus« statt. Die deutschen Behörden verweigern Ihnen und Ihren Kollegen von Grup Yorum die notwendigen Einreisevisa. Wie lautet die offizielle Begründung?

In unserem Ablehnungsschreiben steht, unsere Anträge seien teilweise unvollständig und der Grund unseres Aufenthalts sei unglaubwürdig. Da wir Kulturvisa beantragt haben, um das Konzert spielen zu können, haben wir auch unsere Werbeplakate, Eintrittskarten und so weiter mitgeschickt. Dennoch ist es für die Behörden unglaubwürdig, dass wir nach Deutschland kommen, um ein Konzert zu spielen.

Leute mit so einer klaren politischen Haltung darf man doch nicht einreisen lassen (GG: “Eine Zensur findet nicht statt”, wie man ja auch nicht ständig mit dem Grundgesetz unterm Arm herumlaufen kann):

Merkel hat Erdogan drei Milliarden Euro angeboten, damit er Grenzzäune hochzieht und das Mittelmeer und die Ägäis für die EU »absichert«. Das ist nichts anderes als ein unmoralisches Angebot, ein Bestechungsgeld. Offiziell heißt es, es gehe darum, dass niemand mehr im Mittelmeer ertrinkt. Das Ganze diene der Sicherheit der Flüchtlinge. Das stimmt natürlich nicht. Ihnen geht es um nichts anderes als den eigenen Profit und die Sicherung des europäischen Wohlstands. Die unzähligen Menschen, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien fliehen und nun im Mittelmeer ertrinken, sind ihnen vollkommen egal.

Wenn ihnen die Menschen etwas bedeuten würden und wenn sie für ihre Sicherheit sorgen wollten, würden sie ihre Syrien-Politik ändern. Schließlich sind der europäische und US-amerikanische Imperialismus massiv mit schuld am syrischen Bürgerkrieg und an den Verbrechen, die dort begangen werden. Es war der Imperialismus der USA und Europas, der sogenannte moderate Rebellen gegen die Assad-Regierung bewaffnet und trainiert hat. Sie unterhalten gute Beziehungen zum türkischen Staat, der die Grenze zu Syrien für alle möglichen Dschihadistengruppen geöffnet hat und der die Al-Nusra-Front ganz offen mit Waffen beliefert. Das, was heute in Syrien passiert, ist im Grunde nicht anders, als das, was der französische und amerikanische Imperialismus in Vietnam versucht haben. Sie wollen Syrien kolonisieren, nur dass sie diesmal keine eigenen Soldaten schicken, sondern Kollaborateure wie IS und Al-Nusra nutzen, um ihre Ziele zu erreichen.

Solange die Imperialisten weiter diese Politik verfolgen, werden sie auch weiter Menschen in die Flucht zwingen. Und solange sind es auch nichts als Krokodilstränen, die vergossen werden, wenn ein Bild wie das des kleinen Jungen Aylan Kurdi um die Welt geht, wie er tot mit dem Gesicht im Sand eines ägäischen Strandes liegt.

Siehe auch Telepolis: “Wenn eine Band zum Sicherheitsrisiko erklärt wird”.

Gleiche Brüder, gleiche Kappen

Ein Freund machte mich auf diese Meldung aufmerksam;

Rund 500 Terroristen des Islamischen Staates (IS) sind mit vier aus der Türkei in Syrien eingetroffenen Maschinen nach Jemen ausgeflogen worden, wie Brigadegeneral Ali Mayhub von den syrischen Streitkräften am Dienstag in Latakia mitteilte.

„Nachrichtendienstlichen Angaben zufolge landeten die Flugzeuge in Aden. Zwei davon gehörten den Turkish Airlines, ein Flugzeug war aus Katar und noch ein aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Sie brachten etwa 500 IS-Terroristen aus Syrien, die sich vor russischen Luftangriffen retten wollten“, sagte Mayhub.

„Die Extremisten wurden von Offizieren der saudischen Koalition in Empfang genommen… Die IS-Leute sollen an einer Bodenoperation der Koalition teilnehmen, die in den jüngsten Kämpfen gegen die Huthi-Milizen erhebliche Verluste hinnehmen musste.“ Dabei sagte der General unter Berufung auf die Aufklärung, dass in nächster Zeit weitere IS-Terroristen aus Syrien ausgeflogen werden sollten.

Hier gefunden.

Die Türkei greift Syrien an

Die “junge Welt” meldet am 25.07.2015:

Am frühen Freitag morgen hat die Türkei das Nachbarland Syrien bombardiert. Kampfflugzeuge griffen mehrere Ziele des »Islamischen Staates« (IS) an, wie ein Regierungssprecher bekanntgab. Dabei seien Stützpunkte der Dschihadisten zerstört worden. Der türkische Premierminister Ahmet Davutoglu erklärte, die am Freitag begonnenen Einsätze seien »kein Einzelfall« und würden fortgeführt…

Die syrische Regierung hat die Angriffe kritisiert. »Syrien kann auf seinem Boden keine türkische Aktion akzeptieren«, sagte Vizeaußenminister Faisal Al-Mikdad am Freitag laut Al-Watan. Die Türkei müsse die Souveränität Syriens respektieren.

Nach Informationen von Hürriyet Daily News willigten die USA in die türkische Forderung nach einer Flugverbotszone ein. In einem Korridor von 90 Kilometern Länge und 50 Kilometern Tiefe westlich der vom IS kontrollierten Stadt Dscharabulus sollen Flugzeuge der syrischen Luftwaffe abgeschossen werden. Damit sollen die von der Türkei und den USA unterstützten sogenannten gemäßigten Rebellen – eine Koalition unter Einschluss von Al-Qaida-Kräften – beim Kampf gegen die syrische Regierung von Präsident Baschar Al-Assad geschützt werden. Ankara hatte bislang die Öffnung von Luftwaffenstützpunkten an die Bedingung geknüpft, dass von dort ausgehende Kampfeinsätze sowohl gegen den IS als auch die syrische Regierung gerichtet sein müssten.

Wenige Tage später erfahren wir:

Offensichtliches Ziel im nun offenen Krieg Ankaras ist die Zerschlagung kurdischer Selbstverwaltungsstrukturen und die Aufteilung Syriens. So will die Türkei ganze Landstriche jenseits der Grenze als »Pufferzone« okkupieren. Dort sollen »moderate Rebellen« trainiert werden, um nach vier Jahren Krieg gegen Syrien und mehr als 200.000 Toten vielleicht doch noch den Sturz von Präsident Baschar Al-Assad hinzubekommen.

Präsident Barack Obama hatte seinem türkischen Amtskollegen Erdogan bereits vor dem NATO-Treffen grünes Licht für den Feldzug gegeben.

»Die Einrichtung der US-amerikanisch-türkischen Kontrollzone ist nicht nur Teil von Erdogans Krieg gegen Kurden und Linke, sondern hier soll eine sichere Basis für islamistische Mörderbanden wie die Ahrar Al-Sham geschaffen werden. Es ist bezeichnend, dass sich die Bundesregierung über diese verbrecherischen Pläne ausschweigt und sich im NATO-Rat offenbar mit Erdogan solidarisiert«(Sevim Dagdelen).

Bombardierung syrischer (und iraktischer) Gebiete, Okkupation einer “Pufferzone” in Syrien, Sturz der syrischen Regierung und geplante Aufteilung Syriens, – so sieht praktiziertes “Völkerrecht” von NATO-Staaten aus.

Und die übrigen Nato-Staaten jammern über viel zu viele syrische Flüchtlinge und lassen den rechten Kräften in ihren Ländern immer mehr freien Lauf…